G~Flor Wissen

Die magische Welt der Steine

Opal - Der Stein der Liebe und der Hoffnung


Unsere nächste Begegnung führt uns in das Reich der Opale, das umrankt wird von vielen Legenden und mythischen Geschichten. Eine, die uns besonders gut gefällt, stammt aus der Zeit der Germanen. 

Diese Legende besagt, dass Odin, der Sturmgott, voller Neid auf die Schönheit Heimdalis, des Regenbogengottes, blickte. Angetrieben von seiner Missgunst schmetterte Odin einen Blitz in Heimdalis Regenbogen, der sogleich in tausend Stücke zersplitterte und auf die Erde hinunterfiel. Dort verschmolzen die Splitter mit den Gesteinen und wurden zu Opalen, die fortan das prächtige Farbenspiel des Regenbogens in sich tragen.

Bekannt und beliebt war der Opal bereits im antiken Rom, wo er als „Stein der Liebe und der Hoffnung“ bezeichnet wurde. Sein Name lässt sich unter anderem auf das römische Wort „opalus“ zurückführen, was „kostbarer Stein“ bedeutet. Weitere Herleitungen stammen aus dem Altindischen „upala“ oder dem antiken Griechenland „opallios“. Synonyme wie beispielsweise „Fiorit",  „Granulin" oder  „Lechosos" konnten sich nicht durchsetzen. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Handelsnamen, die die Vielfalt seiner Erscheinungsformen zu beschreiben suchen.

Eine erste Unterscheidung der Opale kann anhand ihres Farbenspiels und ihrer Transparenz getroffen werden. Von ganz klaren, durchsichtigen Opalen mit buntem Farbenspiel wie dem Kristallopal über Edelopal und Jelly, die beide durchsichtig bis durchscheinend mit buntem bis schwachem Farbenspiel erscheinen, bis hin zu gemeinem Opal, Potch und Opalith, die eher undurchsichtigere und geringwertigere Opale ohne Farbenspiel darstellen. Letzterer wird einem opelhaltigen Gestein zugeordnet.

Weiterhin kann man die Edelopale nach ihrer Körperfarbe unterscheiden. Hier reihen sich der Schwarzopal (Black Opal), der dunkle Opal (Dark Opal), der helle Opal (Light Opal) und der Feueropal ein.

Ebenso ist das Erscheinungsbild, das sich von Fundort und individuellem Aussehen eines Opals herleiten lässt, eine hilfreiche Möglichkeit zu dessen Klassifizierung. So gibt es beispielsweise den Boulderopal, die Opalmatrix, das Katzenauge oder den Harlekinopal, um nur einige von ihnen zu nennen.

Weitere Varietäten der gemeinen oder gewöhnlichen Opale werden anhand ihrer jeweiligen Mineralstoffe und die dadurch gegebene Farbigkeit unterteilt.

Der Entstehungsprozess kann auf zwei Wegen erfolgen: sedimentär oder vulkanisch. In Sedimenten entsteht der Edelstein aus einer wässrigen Kieselsäure-Lösung. Diese geht durch stetigen Wasserverlust in ein Kieselsäure-Gel über, welches am Ende den noch wasserhaltigen Opal ausbildet. Ein Wechsel von trockenen und feuchten Klimaperioden plus Verwitterungsprodukte sind eine weitere Voraussetzung für die Opalbildung. 

In vulkanischen Gesteinen finden hydrothermale Prozesse statt, bei denen Druck und Hitze eine entscheidende Rolle beim Entstehungsprozess des Opals spielen. Interessant hierbei sind zwei Unterscheidungen: Zum einen ist die Anordnung der Kieselkugeln bei vulkanisch gebildeten Opalen chaotisch und nicht wie bei der sedimentierten Variante parallel ausgerichtet. Zum anderen bestehen die Kugeln der „chaotischen Opale“ aus zweidimensional lückenhaften, photonischen Bändern und nicht aus dreidimensionalen Kugeln. Dieser Unterschied ist sowohl für Farbe als auch Schillern der vulkanischen Opale verantwortlich.

Opale gibt es weltweit, doch das reichste Vorkommen liegt in Australien, das mit weißen, dunklen und schwarzen Edelopalen, den Boulderopalen und den faszinierenden Yowah Nuts aufwarten kann. Einer der Beliebtesten, der Feueropal, stammt aus Mexiko.
Weitere Edelopal-Fundorte sind unter anderem in den USA, Brasilien, Indonesien oder Sachsen zu verzeichnen. Zu letzterem Fundort sei erwähnt, dass der dort in Granitschichten entdeckte Opal eine Besonderheit darstellt, da er aderförmig in magmatischem Gestein eingelagert wurde.

In unseren Schmuckstücken verwenden wir einen hellen Opal, den sogenannten Light Opal. Er zählt zu den Edelopalen und weist die im Folgenden beschriebene Heilwirkung auf.

Grundsätzlich fördert der Edelopal die Lebensfreude seines Trägers. Er intensiviert gleichermaßen Erleben und geistiges Dasein im Hier und Jetzt, regt Fantasie und Kreativität an und fördert sowohl Sinnlichkeit als auch Erotik. So gilt der Opal allgemein als gesundheitsfördernd, der weiße Opal ist in seiner Wirkungsweise gegenüber kräftigeren Farben jedoch sanfter. Er wirkt unterstützend auf die Lymphe, entschlackt und hilft bei Husten und Atemwegserkrankungen.

Abschliessen möchten wir heute mit einem Zitat aus dem 1779 erschienenen Drama „Nathan der Weise“ von Lessing:

Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten,
Der einen Ring von unschätzbarem Wert'
Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein
Opal, der hundert schöne Farben spielte,
Und hatte die geheime Kraft, vor Gott
Und Menschen angenehm zu machen, wer
In dieser Zuversicht ihn trug.


Wie immer haben wir weiter unten ein paar unserer Opal-Kreationen für dich zusammengestellt. Viel Freude beim Stöbern!

G~Flor: Lass dich inspirieren!


HERZLICHEN DANK an Géry Parent – eigenes Werk, gemeinfrei, www.commons.wikimedia.org


Collier - Opal, Turmalin (rot)
Collier - Opal, Turmalin (grün)
Collier - Opal, Turmalin (grün)

Opal - Wissenskarten

In den nachfolgenden Abbildungen ist alles Wissenswerte über den Opal auf einen Blick zusammengefasst. 

G~Flor Wissen: Opal

Weitere Bezeichnungen: Keine Synonyme; Vielzahl an Handelsnamen wie z.B. Feueropal oder Light Opal   
Genese: Ursprünge: sedimentär, allmähliches Austrocknen von Kieselsäure-Lösung oder vulkanisch, hydrothermale Prozesse
Vorkommen: Australien, Mexiko, USA, Indonesien, Sachsen uvm.
Kristallsystem: „Quasi-amorph”, tetragonal oder hexagonal (selten)
Farbe: Breites Farbspektrum von Rot, Gelb, Grün, Blau bis hin zu Violett
Mineralklasse: Oxide: Siliciumdioxid plus bis zu 20% Wasser
Chemismus: Kugelstruktur, die sich bei Wasserverlust in trigonale Quarzstruktur umwandelt (Chalcedon)

Indikationen:
Der Opal fördert die Lebensfreude. Er intensiviert gleichermaßen Erleben und geistiges Dasein im Hier und Jetzt, regt Fantasie und Kreativität an und fördert sowohl Sinnlichkeit als auch Erotik.

Heilwirkung:
Der Opal gilt allgemein als gesundheitsfördernd. Er wirkt unterstützend auf die Lymphe, entschlackt und hilft bei Husten und Atemwegserkrankungen.